Anna Lütjen erkämpft sich ihren zweiten Landesmeistertitel.
(Foto: Rudi Mayer)

Im Winter werden die Erfolge des Sommers erarbeitet. Regelmäßiges und konsequent-hartes Training, auch bei miesestem Wetter, ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Bahnsaison. Die junge Läuferin des MTV Soltau – Anna Lütjen, ehemals gute Turnerin und daher hartes Training gewohnt – hatte sich seit Ende Oktober akribisch nach den Plänen ihres Trainers Dr. Rainer Anton auf die Hallen- und die darauf folgende Crosssaison vorbereitet und war mit guten Aussichten in das ferne Damme aufgebrochen, um gegen die fast komplett angetretene Landeselite ihrem überraschend souveränen Titel über 800 Meter in der Halle eine weitere Topleistung folgen zu lassen.

Der rührige Veranstalter hatte trotz des angesagten Orkans eine perfekte Organisation dieser Großveranstaltung mit 511 Teilnehmern aus 96 Vereinen auf die Beine gestellt und eine sehr anspruchsvolle Laufstrecke präpariert. Nach früher Anfahrt und noch ohne Beeinträchtigung durch das gefürchtete Sturmtief traten gleich im ersten Meisterschaftsrennen um 11 Uhr morgens über dreissig Schülerinnen der Jahrgänge 2005 und 2006 an, um die gleich mit einer 300 Meter langen Steigung beginnende Strecke von 2,13 Kilometern in Angriff zu nehmen. Anna hielt sich, wie geplant, zunächst zurück, um zu sehen, wie die starke Konkurrenz, unter ihnen die Landesmeisterinnen über 2000m (W14) und 3000 Meter (W15) aus den Läuferhochburgen LC Braunschweig und LG Eichsfeld, das Rennen angehen würden. Wie ein Uhrwerk spulte von Beginn an die klein gewachsene 14-Jährige Anna Malena Wolf-Lopéz ein sehr hohes Tempo ab, dem zunächst niemand folgen konnte. So hatte Anna Lütjen als Dritte nach der ersten Runde bereits einen Rückstand von circa 20 Metern auf die spätere Gesamtsiegerin, allerdings ihrerseits wieder 20 Meter Vorsprung auf ihre gleichaltrige Konkurrenz. In der zweiten Runde sollte sie dann versuchen, auf dem Steigungsabschnitt das Feld durch eine Tempoverschärfung auseinander zu ziehen, was ihr auch gelang.

Als Zweite ging sie nun in die letzte Runde, konnte aber trotz großer Anstrengung die Lücke zur entfesselt laufenden Braunschweigerin nicht mehr verkleinern. Weit vor dem übrigen Feld stürmte die MTVerin schließlich mit etwa 10 Sekunden Rückstand, allerdings als Siegerin ihrer Klasse W15, über die Ziellinie. Lohn der Mühen war der nunmehr bereits zweite Landesmeistertitel, für den sie bei der stilvollen Siegerehrung aus den Händen des Verbands-Vizepräsidenten den Meisterwimpel, die Goldmedaille und die Siegerurkunde entgegen nehmen durfte.

Der nun folgende, elfwöchige Trainingsabschnitt wird dazu genutzt, die Ausdauergrundlagen und die allgemeine Athletik weiter zu verbessern, um dann möglichst optimal auf die Herausforderungen der Bahnsaison 2020 vorbereitet zu sein.  




Geschrieben von Sandra Bargmann am 11.02.2020
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