(Foto: Rudi Mayer)

Der nächste Coup: Landesrekord

Anna Lütjen weiter im Aufwärtstrend

Vor zwanzig Jahren wurde in Deutschland der 1500m-Hindernislauf in das Wettkampfprogramm der Klasse W15 aufgenommen. Nach zwei sehr positiv verlaufenen Trainingseinheiten wollte nun die talentierte Läuferin Anna Lütjen (MTV Soltau) beim „BackonTrack-Hindernismeeting“ im westfälischen Rheine einen ersten Versuch über diese sehr fordernde Strecke über dreidreiviertel Bahnrunden mit insgesamt 12 Balkenhindernissen und drei Wassergräben wagen. Bei schwül-heißen Temperaturen ging sie in einem Feld von zehn Läuferinnen der Klassen W15 und W14 mit hohen Erwartungen an den Start. 

Der Plan sah vor, nach flottem Beginn möglichst gleichmäßige Runden um 78 Sekunden zu absolvieren. So ging sie – wie gewohnt – sehr engagiert gleich zu Beginn an die Spitze und durchlief die ersten 300 Meter in 54 Sekunden. Dann machte sie jedoch den Fehler, zu sehr auf das Tempo zu drücken und baute ihren Vorsprung auf die routinierte Nele Sietmann (LG Brillux Münster) auf etwa zehn Meter aus. Wie sich herausstellte, konnte sie diesen Vorsprung, zumal auch ihre Hindernistechnik am Wassergraben nicht ihren guten Trainingsleistungen entsprach, nur bis etwa 200 Meter vor dem Ziel halten. Dann ging die Münsteranerin an ihr vorbei und setzte sich ihrerseits auf etwa vier Meter von Anna ab. Diese versuchte erbittert, den Rückstand noch einmal zu reduzieren, musste sich aber schließlich doch um etwa zwei Sekunden in 4:59,46 zu 4:57,55 Minuten der Siegerin geschlagen geben. Diese erzielte mit ihrer Zeit die insgesamt drittbeste Leistung, die jemals in Deutschland von einer 15-Jährigen erreicht wurde, Anna die viertbeste. In ihrer ersten Reaktion zeigte sie sich etwas enttäuscht darüber, dass sie ihr Potenzial in diesem Rennen nicht ganz abrufen konnte, durfte sich aber andererseits darüber freuen, den niedersächsischen Landesrekord aus dem Jahr 2018 um fast unglaubliche 47 Sekunden gesteigert zu haben.

Ihre Trainingspartnerin Ronja Funck (TV Jahn Walsrode) machte es im Rennen der Klasse U18 über 2000 Meter deutlich besser. Auch sie ging sofort in Führung, spulte bei guter Technik die fünf Bahnrunden in gleichmäßigem Tempo ab und erzielte als klare Siegerin 6:59,41 Minuten. Mit dieser Leistung, die im vergangenen Jahr Rang Sechs der Deutschen Bestenliste bedeutet hätte, qualifizierte sie sich souverän für die Deutschen Jugendmeisterschaften. Beide Läuferinnen, die bereits mit ihrem ersten Rennen ihre Zugehörigkeit zur Deutschen Spitzenklasse nachgewiesen haben, schöpften aus dieser gelungenen Premiere viel Motivation, ihre Leistung auf der sehr anspruchsvollen Hindernisstrecke durch geplante gemeinsame Trainingseinheiten in Soltau noch weiter zu steigern.




Geschrieben von Sandra Bargmann am 02.08.2020
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