(Foto: Rudi Mayer)

Für viele Leichtathletinnen und Leichtathleten im norddeutschen Raum bildet die traditionelle Bahneröffnung in Verden den Beginn der Freiluft-Bahnsaison. Bestens präparierte Wettkampfstätten im schmucken Stadion mit den ausgedehnten Anlagen der ehemaligen Pferderennbahn und eine perfekte Wettkampforganisation bilden normalerweise gute Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg in das Wettkampfjahr der Sprinter und Springer, wenn die Temperaturen mitspielen. In diesem Jahr allerdings konnte die gesamte Veranstaltung zwar bei strahlendem Sonnenschein, aber mit kühlen Temperaturen und meist sehr ungünstigen Windbedingungen meist nicht die erhofften Resultate ermöglichen. 

Der MTV Soltau war mit insgesamt drei Athletinnen und Athleten im Teilnehmerfeld vertreten, unter denen nicht unerwartet der 14-jährige Nicklas Meyer hervorstach. Er hatte im Vorjahr erstmals an Wettkämpfen teilgenommen und besonders im 800m-Lauf aufhorchen lassen, denn seine Bestzeit von 2:39,7 Minuten brachte ihm bereits Rang drei in der Bezirksbestenliste ein. Im Schlusswettbewerb in Verden, dem 800m-Lauf, konnte der talentierte Schüler als Klassensieger seine bisherige Bestzeit um mehr als zehn Sekunden auf beachtliche 2:29,02 Minuten steigern, obwohl er das Rennen mangels Erfahrung etwas zu vorsichtig angegangen war. Zuvor hatte er bei seiner Premiere im 100m-Sprint als Dritter in 14,08 Sekunden bei starkem Gegenwind und im Weitsprung als knapp geschlagener Zweiter mit neuer Bestleistung von 4,90 Metern überzeugen können. Der Sieger dieses Wettbewerbs hatte im Übrigen nur drei Zentimeter Vorsprung, dabei allerdings von unzulässiger Rückenwindunterstützung (2,4 Meter pro Sekunde) profitiert.

Erfreulich auch die Ergebnisse des fast 54-jährigen Routiniers Arndt Brümmerhoff. Nachdem er im Dreisprung seine Vorjahrs-Bestleistung mit regulären 10,42 Metern bereits übertroffen hatte und in seiner Serie sogar einen windunterstützten Satz auf 10,48 Meter verzeichnen konnte, egalisierte er diese im Hochsprung mit 1,56 Metern, die erneut eine Platzierung unter den Top-10 seiner Altersklasse in Deutschland bedeuten. Gegen eine „Wand“ von 2,9 Metern/Sekunde laufend, konnte er im 200m-Sprint natürlich nicht eine angestrebte 27er-Zeit erreichen, sondern erzielte lediglich 28,95 Sekunden. 

Als Dritte im Bunde startete die Werferin Annika Mayer in die Saison. Auch für sie erwiesen sich die niedrigen Temperaturen und böigen Winde nicht als leistungsfördernd, denn mit 26,69 Metern im Diskuswerfen als Siebte im Feld der Frauen und mit 8,28 Metern im Kugelstoßen blieb sie teils deutlich unter ihren Möglichkeiten.

Schon die nächsten Wochen werden zeigen, ob die drastischen Einschnitte, die die Pandemie in der Wettkampfleichtathletik verursachte, überwunden sind, und ob auch das noch immer reduzierte Wettkampfangebot einschließlich teils noch nicht terminierter Meisterschaftstermine viele Aktive vom gewohnten Saisoneinstieg abhält. 




Geschrieben von Sandra Bargmann am 25.04.2022
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